lördag, april 29, 2017

Nachrichten, 29. April 2017

Schweden - Politik
Die schwedische Regierung hat sich dazu entschlossen die Strafen für Arbeitgeber, die abgelehnte Asylanten beschäftigen, in der ersten Stufe von 22.400 Kronen auf 44.800 Kronen erhöhen und später diese Summe nochmals zu verdoppeln. Gleichzeitig soll die Polizei mehr Rechte erhalten um untergetauchte Flüchtlinge zu finden und eindeutig identifizieren zu können. Die Regierung will es untergetauchten Flüchtlingen weitgehend unmöglich machen sich in Schweden aufzuhalten, ein teurer Wunsch, der vermutlich nur wenig Erfolge verspricht, aber auf Grund des Attentats in Stockholm die Bevölkerung beruhigen soll.

Schweden - Wirtschaft
Das zweistaatliche Unternehmen Postnord, das zu 60 Prozent dem schwedischen Staat gehört, sieht seine Krise mit geringer werdenden Postkunden nur dadurch zu lösen indem die Kosten für Briefsendungen deutlich nach oben gehen und sich im Laufe der kommenden Jahre sogar verdoppeln. Nach der Geschäftsführung von Postnord muss man damit rechnen dass ein Inlandsbrief von 20 Gramm in naher Zukunft 20 Kronen kosten kann und ein Brief in andere europäische Länder sogar 40 Kronen. Zudem fordert Postnord dass der schwedische Staat dem Unternehmen auf Grund der wirtschaftlichen Probleme drei Milliarden Kronen zuschießt. Diese Maßnahmen können jedoch nur dazu führen dass noch weniger Briefe verschickt werden und der Postdienst früher oder später in Konkurs gehen muss.

Schweden - Arbeitswelt
Die Grünen Schwedens wärmen ein früher erfolgloses Rezept zur Arbeitsbeschaffung von Asylanten auf und wollen ein sogenanntes Modell eines freien Jahres einführen, das es ermöglichen soll dass eine Person in einer Firma eine bezahlte Ausbildung machen kann, vorausgesetzt ein Asylant wird in dieser Zeit als Vertreter eingestellt. Allen Jugendlichen aus Asylantenfamilien soll, nach Meinung der Führungsspitze der Grünen, ein bezahlter Sommerjob gegeben werden, steuerliche Erleichterungen und Zuschüsse sollen es zudem ermöglichen dass sich Asylanten als Masseure, persönliche Trainer und in haushaltsnahen Diensten selbständig machen können.

Schweden - Arbeitswelt
Während die skandinavische Fluggesellschaft SAS von allen Angestellten fordert unverschleiert zum Dienst anzutreten und keinerlei religiöse Symbole offen zu tragen, sehen immer mehr Großunternehmen Schwedens die Verschleierung und das Tragen religiöser Symbole als Zeichen der Vielfalt und unterstützen teilweise sogar dieses Verhalten. Mit diesen Entscheidungen gehen die Unternehmen einen anderen Weg als die europäische Rechtsprechung, da nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes ein Arbeitgeber das Recht habe die Verschleierung am Arbeitsplatz zu verbieten, falls dies das Zeichen einer religiösen Zugehörigkeit ist.

Schweden - Gesellschaft
Das offizielle Toleranzverhalten der schwedischen Gesellschaft geht so weit, dass auch dieses Jahr am 1. Mai eine Demonstration des Nazistiska Nordiska Motståndsrörelse genehmigt wurde, dieses Jahr in Falun. Da die Polizei dieses Jahr mit rund 1000 Teilnehmern rechnet und massiven Widerständen von linksextremen Gruppen, aber auch von Seiten der Bevölkerung, ist ein bedeutendes Polizeiaufkommen in Falun vorgesehen um die nazistische Gruppe vor Übergriffen zu schützen. In den letzten Jahren nimmt die Zahl extrem rechter Gruppen mit nazistischem Gedankengut in ganz Schweden bedeutend zu, was sich bald als großes gesellschaftliches Problem zeigen kann.

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Copyright: Herbert Kårlin

fredag, april 28, 2017

Nachrichten, 28. April 2017

Schweden - Politik
Da nun monatlich nur noch zwischen 1700 und 2500 Flüchtlinge um Asyl in Schweden ansuchen, geht das Migrationsamt davon aus dass im laufenden Jahr mit 34.700, jedoch maximal 45.000 Asylanträgen zu rechnen ist, ist allerdings auch der Meinung dass die Mehrheit unter ihnen die Voraussetzung für ein Asyl erfüllen, also Wohnungen und Arbeitsplätze benötigen. Bei weiteren Grenzkontrollen und der aktuellen restriktiven Asylpolitik ist das Amt auch der Überzeugung, dass sich die Menge der Asylsuchenden auch 2018 nicht erhöhen wird.

Schweden - Politik
Auch in Fragen der Bettelei geht die schwedische Regierung nun den Weg, den rechte Extremisten seit langem fordern, denn sie will die Bettelei in ganz Schweden verbieten und kriminalisieren, die Bettler an den Straßen, die ohnehin kaum noch Einnahmen haben, diese Einnahmen noch durch Bußgelder zu nehmen. Nach dem von der Regierung eingesetzten Gutachter sei dies der einzige Weg um der Bettelei ein Ende zu setzen. Menschenrechtsorganisationen sehen diese Maßnahme als den falschen Weg, da sie die Situation der Armen nur noch verschlechtern kann. Auch die Politik der Grünen Schwedens wird dadurch erneut auf die Probe gestellt.

Schweden - Arbeitswelt
Als sich die Regierung dazu entschied das Beschäftigungsprogramm Fas 3 für Langzeitarbeitslose abzuschaffen, hatte das Arbeitsamt den Auftrag diesen Personen zu einer festen Anstellung zu verhelfen. Mittlerweile zeigt sich, dass durch die Beendigung dieses Programmes nicht nur die Pseudobeschäftigten wieder zu Langzeitarbeitslosen wurden, sondern auch die Firmen, die diese Personen beschäftigten, in eine finanzielle Krise gerieten. Arbeitsministerin Ylva Johansson fordert daher das Arbeitsamt auf sich um die Beschäftigung dieser Gruppe zu kümmern, sieht aber bereits als Lösung den Firmen, die bisher die Beschäftigungstherapie anboten, den Auftrag zu erteilen Langzeitarbeitslosen ein Arbeitstraining zu bieten, was im Grunde nichts anderes ist als die Fas 3 durch eine Hintertür neu einzuführen.

Schweden - Umwelt
Nach neuen Messungen der SGU (Sveriges geologiska undersökning) hat das Grundwasser in Schweden nun bereits ein so niedriges Niveau erreicht wie letztmals im Jahre 1950, was bedeutet, dass im Sommer die privaten Brunnen von Landwirten und Privatpersonen leer sein werden, also weder Tiere oder Menschen, noch die Felder mit der nötigen Flüssigkeit versorgt werden können. Nur noch dauerhafte Regenfälle innerhalb der kommenden zwei Wochen können diese Situation ändern, zumal schon heute das Vieh auf Öland nicht mehr genügend Grünfutter auf den Wiesen findet.

Schweden - Gesellschaft
Nach den Zahlen des Statistischen Amts haben im vergangenen Jahr 23 Prozent der schwedischen Frauen mindestens einmal im vergangenen Jahr darauf verzichtet am Abend auszugehen, da sie Angst vor einem Überfall oder groben Belästigungen hatten, Aber auch wenn diese Zahl erschreckend hoch ist, so entspricht sie lediglich den Ziffern, die bereits vor dem Flüchtlingsstrom nach Schweden mehrmals zu verzeichnen waren. Es ist dennoch bedenklich dass 23 Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer sich am Abend im Freien bedroht fühlen.

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torsdag, april 27, 2017

Nachrichten, 27. April 2017

Schweden - Politik
Nach einer Meinungsumfrage des Instituts Ipsos, die im Auftrag der Dagens Nyheter erfolgte, sehen rund 60 Prozent der Wähler der bürgerlichen Parteien Annie Lööf als zukünftigen Ministerpräsidenten und nicht Anna Kinberg Batra, die Vorsitzende der größten bürgerlichen Partei, obwohl traditionsgemäß der Vorsitz der Moderaterna automatisch zum Ministerpräsidenten führt. Selbst unter den Moderaterna würden jedoch 30 Prozent vorziehen dass Lööf an der Spitze der Regierung steht. Auch bei der Auswertung zwischen dem aktuellen Ministerpräsidenten Stefan Löfven und Annie Lööf, hätte Lööf noch einen kleinen Vorsprung.

Schweden - Politik
Über 200 Spitzenpolitiker der Grünen fordern die Einsetzung eines Friedensministers, da dies die Friedenspolitik Schwedens stärken würde, eine Forderung, die beim letzten Kongress der Grünen allerdings kein Gehör fand. Als Regierungspartei ist es allerdings auch merkwürdig einen Friedensminister zu fordern, da die Regierung gleichzeitig den Waffenexport in Diktaturen erlaubt und selbst in Fragen der Gleichstellung der Frau einen etwas undurchsichtigen Weg geht. Bevor der Ruf nach einem Friedensminister eine Chance hätte, müsste vermutlich erst einmal die politische Linie der Regierung von den Grünen neu definiert werden.

Schweden - Ausbildung
Auch wenn jeder Schüler in Schweden gemäß Lehrplan auch Kenntnisse über die fünf nationalen Minderheiten erwerben soll, findet man in einigen der in Schulen verwendeten Lehrbüchern nicht einmal einen Hinweis auf diese Minoritäten. Selbst Lehrbücher, die das Thema aufgreifen, verzichten meist auf die historischen Aspekte und eine klare Darstellung der Minoritäten Schwedens. Und dies, obwohl kein Lehrer Schweden das Thema, zumindest theoretisch, zur Seite lassen darf, sondern zu einem entsprechenden Unterricht verpflichtet ist. Nicht eines der aktuellen Lehrbüchern erfüllt jedoch die Grundanforderungen in diesem Bereich.

Schweden - Medizin/Forschung
Der schwedische Barncancerfonden, eine Organisation, die gegen den Krebs bei Kindern arbeitet, klagt die Medizin und die pharmazeutische Industrie an Medikamente gegen Krebs nur für Erwachsene zu entwickeln, denn rund 60 Prozent der neuen Heilmittel wurden nie für den Einsatz bei Kindern getestet, obwohl Europa dies seit 2007 fordert. Der Barncancerfonden arbeitet nun darauf hin dass Europa diese Forderung in einer klaren Verordnung übernimmt, die die Medikamentenforschung dazu zwingt auch nach Krebsmedikamenten für Kinder zu forschen, was allerdings nur bei einer intensiven internationalen Zusammenarbeit möglich ist.

Schweden - Gesellschaft
Nach dem Glücksforscher Filip Fors der Universität Göteborg sind Schweden im Alter zwischen 60 und 75 Jahren am glücklichsten, da sie zum einen negative Einflüsse und Gedanken besser steuern können, zum anderen aber nicht mehr unter dem Druck der Arbeitswelt stehen und daher die Freizeit problemlos genießen können. Allerdings ist, nach der Untersuchung des Forschers, auch ein gehobener Sozialstand, ein Freundeskreis und enge Familienbande für das Glück mit verantwortlich, vor allem Geldmangel gilt als Hindernis für ein Glücksvermögen im Alter.

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onsdag, april 26, 2017

Nachrichten, 26. April 2017

Schweden - Politik
Nachdem mit absoluter Sicherheit mehrere europäische Länder Saudi-Arabien in die Kommission der Frauenrechte der UN wählten, fordern mehrere schwedische oppositionelle Parteien die Regierung dazu auf mitzuteilen ob auch Schweden für den Beitritt Saudi-Arabiens stimmte. Die Regierung verweist jedoch auf die geheime Wahl und weigert sich darauf zu antworten, was so gedeutet werden kann, dass Schweden einen Staat in eine Kommission wählte in der Frauen kaum Rechte haben, der jedoch für ein größeres Mitspracherecht der Frauen kämpfen soll, was von zahlreichen Organisationen der Welt als inkompatibel betrachtet wird.

Schweden - Wirtschaft
Das Telekomunternehmen Ericsson meldet im ersten Quartal des Jahres einen Bruttoverlust von 12,8 Milliarden Kronen, was die Geschäftsführung des Unternehmens als „erwartet“ betrachtet, auch wenn die Firma im gleichen Zeitraum des Vorjahres nur drei Milliarden Kronen an Verlust machte. Die Zukunftsprognosen für Ericsson sehen nicht unbedingt positiv aus, denn die Verkaufsziffern des Unternehmens gehen weiterhin zurück, auch wenn das Gesamtresultat, nach massiven Entlassungen und einer Umstrukturierung, noch als akzeptabel betrachtet wird.

Schweden - Recht/Verkehr
Schon bald wird es auch in Schweden generell verboten sein gleichzeitig ein Auto zu steuern und das Handy in der Hand zu haben, denn das Straßenverkehrsamt und die Regierung kamen nun überein den aktuellen Gesetzestext so zu ändern, dass die Benutzung des Handys nicht mehr nur bei akuter Gefahr während des Steuerns verboten ist, sondern man am Steuer grundsätzlich kein Handy mehr in der Hand halten darf, was bedeutet dass nur noch Lautsprecheinrichtungen erlaubt sein werden und das Schicken von SMS während der Fahrt ganz untersagt wird. Bisher war es für die Verkehrspolizei sehr schwierig zu entscheiden ab wann die Benutzung eines Handys am Steuer eine akute Gefahr sein konnte und wann dies gefahrlos geschah.

Schweden - Kriminalität
Der Schwarzhandel mit Markenkleidung, Drogen, Alkohol und Waffen verlagert sich in Schweden von Facebook immer mehr zu Instagram, wo die Waren ganz offen angeboten werden. Nach der schwedischen Polizei ist dieser Handel kaum zu bekämpfen, da man hierfür Spezialisten und sehr viele Polizisten benötigt, was wiederum sehr hohe Kosten verursacht. In den wenigen Fällen, die die Stockholmer Polizei bisher aufklären konnte, steckten hinter den Verkaufskonten fast ausschließlich Jugendliche, oft Personen, die noch nicht einmal 18 Jahre alt waren und sich auf diese Weise einen Verdienst schafften.

Schweden - Kriminalität
Nach einer Razzia bei 50 der Pädophilie verdächtigen Personen in Schweden wurden 17 Personen festgenommen, da diese, nach einem Verhör, tief in dem Netzwerk verstrickt scheinen, das in der Nacht zum Dienstag landesweit ausgehoben wurde. Bisher wurde von der Staatsanwaltschaft nicht bekannt gegeben ob sich der Verdacht der Festgenommenen auch auf einen sexuellen Übergriff auf Kinder ausdehnt oder nur um die Verbreitung und Speicherung von pädophilem Material. Bei sämtlichen Personen erfolgte eine polizeiliche Durchsuchung der Wohnungen.

Schweden - Informatik/Sicherheit
Nach Informationen der schwedischen Abendzeitung Aftonbladet führte eine Fehler in rund 30 Spielautomaten der staatlichen Casinos Cosmopol Casino zu bedeutenden und stark überhöhten Gewinnen.  Dem Casino war dieses Problem aufgefallen nachdem mehrere Personen sehr hohe Gewinne meldeten und über Wochen hinweg diese Automaten, immer mit dem gleichen Spiel, weitaus mehr benutzt wurden als andere Spielautomaten. Die Gewinner müssen indes mit keinen Folgen rechnen, da das Casino die Gewinne nicht zurückfordern kann.

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tisdag, april 25, 2017

Nachrichten, 25. April 2017

Schweden - Politik
Auch wenn sich die Regierungsparteien und die bürgerliche Opposition dazu entschieden haben eine gemeinsame Linie zur vorbeugenden Bekämpfung des Terrorismus zu gehen, führten die bisherigen Gespräche und Treffen weder zu einer klaren Linie noch zu konkreten Vorschlägen. Innenminister Anders Ygeman will bisher nicht einmal darüber reden welche Maßnahmen bereits besprochen wurden, meint jedoch, dass man innerhalb der kommenden vier Wochen ein gemeinsames Konzept ausarbeiten werde.

Schweden - Politik
Bei einem Gespräch zwischen Innenminister Anders Ygeman und der früheren Justizministerin Beatrice Ask kritisierte Ask die Regierung für die geringe Menge an Zwangsausweisungen und den schlechten Erfolg bei der Suche nach spurlos verschwundenen Flüchtlingen, da gegenwärtig 12.222 Flüchtlinge von 17.750, deren Asylantrag abgelehnt wurde, im Untergrund Schwedens leben. In der Tat hat die Regierung jedoch im vergangenen Jahr doppelt so viele Flüchtlinge zwangsweise ausgewiesen wie im Vorjahr, hat jedoch  kaum die Chance untergetauchte Personen zu finden, da dies die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen darstellt.

Schweden - Arbeitswelt
Nachdem sich die schwedischen Parteien dabei überbieten zusätzliche Polizisten beschäftigen zu wollen und man dabei in den kommenden sieben Jahren von mindestens 10.000 zusätzlichen Staatsdienern spricht, meinen die Direktoren der drei Polizeihochschulen des Landes dass dies völlig leere Versprechen seien oder dazu führen muss dass Schweden mit unqualifizierten Polizisten übersät wird, da es gegenwärtig unmöglich sei pro Jahr allein 800 Studenten zu finden, die den ohnehin herabgesetzten Anforderungen entsprechen. Bei Einbeziehung der Pensionierungen und Berufsabspringern kann man im vorgegebenen Zeitraum maximal 3000 zusätzliche Polizisten ausbilden, wobei es schon hierbei schwierig wird ihnen zu Beginn einen erfahrenen Polizisten zur Seite zu stellen, der die theoretische Ausbildung mit praktischer Erfahrung komplettieren kann.

Schweden - Arbeitswelt/Gesundheit
Auch wenn es in Schweden mittlerweile sehr viele Ärzte gibt, so haben es die Gesundheitszentralen sehr schwer mit der notwendigen Menge an Ärzten besetzt zu werden, da hier die Krankschreibungen der Ärzte auf Grund von Stress extrem hoch sind und zudem viele der in diesem Bereich beschäftigten Angestellten nach wenigen Jahren wegen Überlastung abspringen. Nach dem Verband der Ärzte Schwedens hat sich diese Situation während des letzten Jahres weiterhin verschlechtert, da in einigen Regionen bis zu 20 Prozent der Ärzte in Gesundheitszentralen gegenwärtig nur wegen Stress krank geschrieben sind.

Schweden - Kultur
Bisher erklärten 139 schwedische Schriftsteller die diesjährige Buchmesse in Göteborg zu boykottieren, da die Organisatoren erneut der rechtsextremen Zeitung Nya Tider einen Platz gaben, da, nach Meinung der Kämpfer für die Meinungsfreiheit, indiskutabel sei, da Nya Tider gerade die Meinungsfreiheit bekämpfe. In der Tat handelt es sich bei diesen Schriftstellern überwiegend um Autoren die der Messe ohnehin nichts bieten können und öffentliche Aufmerksamkeit benötigen um ihre Bücher verkaufen zu können. Die meisten wichtigeren Autoren des Landes wollen am Boykott nicht teilnehmen, da jeder Besucher der Messe frei wählen kann wen er besuchen will und Meinungsfreiheit auch die Anwesenheit von extremistischen Verlagen einschließt.

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måndag, april 24, 2017

Nachrichten, 24. April 2017

Schweden - Politik
Nach der Abendzeitung Aftonbladet hat sich die sozialdemokratische Regierung Malmös an die Regierung gewandt um zu verhindern im kommenden Jahr auch nur einen einzigen Asylanten zugewiesen zu bekommen und zudem sämtliche Asylanten, die selbständig in Malmö eine Wohnung finden, von der Zuteilungsquote abzuziehen. Im Falle Malmös bedeutet dies dass 2018 auf jeden Fall 400 Asylanten weniger in der Stadt aufgenommen werden sollen, für die dann in anderen Orten des Landes eine Wohnung gefunden werden muss, obwohl gegenwärtig alle Städte des Landes unter einem extremen Wohnungsmangel leiden.

Schweden - Ausbildung/Politik
Die schwedische Zentrumspartei legt nun einen Plan vor, der einem Regierungsvorschlag im Januar sehr nahe kommt, denn auch nach der Zentrumspartei sollen hoch ausgebildete Kräfte, die nach Beendigung ihres Studiums eine Arbeitsstelle in ländlichen Gegenden suchen, pro Jahr eine Art Bonus erhalten indem sie pro Jahr zehn Prozent weniger ihres Studienkredits zurückbezahlen müssen, mit einer maximalen Grenze von 300.000 Kronen, dem Durchschnittsbetrag eines üblichen Studienkredits. Der Vorschlag hat auf jeden Fall eine Chance, da sowohl die Regierung als auch die Opposition mehrheitlich für diese Idee sind, da man hofft damit mehr Lehrer und Krankenschwestern in dünner besiedelte Gegenden zu bekommen.

Schweden - Recht
Da nach dem terroristischen Attentat in Stockholm die Häfen Stockholms und der Flughafen Arlanda rund 15 Stunden lang ohne jede Überwachung durch den Zoll standen, da die Leitung des Zolls die Mitarbeiter am Abend des 7. April nach Hause schickte, hat der Justizausschuss nun die Generaldirektorin des Zollamts, Therese Mattsson, zu einer Befragung geladen bei der geklärt werden soll wie es zu dieser extremen Sicherheitslücke des Landes kommen konnte, da gerade bei terroristischen Attentaten die Sicherheit des Landes verstärkt werden, nicht jedoch geschwächt werden soll.

Schweden - Gesundheit
Auch wenn Schweden bis heute mit unendlichen Wäldern und tausend Seen verbunden wird, selbst von den Bewohnern des Landes, zeigt eine Studie dass die Mehrheit der schwedischen Kinder eine so schlechte Luft einatmen dass ihre Gesundheit dadurch lebenslang beeinträchtigt wird. Auch wenn die Luft Schwedens nicht  mit jener anderer stark verschmutzter Metropolen verglichen werden kann, so riskieren dennoch auch immer mehr schwedische Kinder Krankheiten der Luft- und Atemwege, sowie ein verkürztes Leben. Als Ergebnis gibt das Karolinska Institut auch den Ratschlag Kindergärten und Schulen nicht zu nahe an bedeutenden Verkehrswegen zu bauen.

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söndag, april 23, 2017

Nachrichten, 23. April 2017

Schweden - Politik
Die schwedische Zentrumspartei will in ihrem Schattenbudget Flüchtlingen, die aus Krankheitsgründen vorzeitig in Pension gehen müssen, bei den Zahlungen nur noch die in Schweden verbrachte Zeit anrechnen, was bedeutet dass sie in diesem Fall statt den gegenwärtig rund 9000 Kronen, die man normalerweise nach 40 Jahren Arbeitsleben in Schweden erhält, in der Regel nur noch etwas über 1000 Kronen pro Monat erhalten. Die Versicherungskasse soll auf diese Weise jährlich 350 Millionen Kronen sparen können. Da die Betroffenen von diesem Geld jedoch nicht leben können, sollen die Sozialämter der Städte dann die Differenz zum offiziellen Sozialsatz ausbezahlen, was dazu führen muss dass die Lokalsteuern erhöht werden und noch weniger Orte bereit sein werden Asylanten bei sich aufzunehmen, auch wenn die Gemeinden ein höheres Regierungsbudget erhalten sollen.

Schweden - Arbeitswelt
Rund die Hälfte der nebenberuflichen Feuerwehrleute, die nach dem Abschluss des letzten Tarifvertrags, der ihre finanzielle Situation verschlechterte, gekündigt hatten, sind nun an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt, allerdings nur weil die Gemeinden mit ihnen Sonderabkommen trafen, die in jeder Gemeinde separat ausgehandelt wurden und ihnen daher teilweise bedeutende Vorteile bieten. Für die Gewerkschaft, die diesen Tarifvertrag absegnete, ist dies ein deutlicher Verlust, da nun ein tariflicher Flickenteppich für nebenberufliche Feuerwehrleute entsteht der die zukünftigen Verhandlungen weit schwieriger gestalten wird.

Schweden - Recht
Nachdem sich die USA nun dazu entschlossen hat Julian Assange, der sich seit 2012 mit Asyl in der Botschaft Ecuadors in London aufhält, anzuklagen, hoffen die schwedischen Anwälte von Assange dass Schweden nun den Haftbefehl gegen diesen aufheben wird, da dadurch sicher ist dass der Wikileaksgründer, sobald er schwedischen Boden betritt, in die USA ausgeliefert wird, was die Begründung Assanges für den Asylantrag war. Die schwedische Staatsanwaltschaft teilt indes nicht die Ansicht der Anwälte und will Assange wegen mutmaßlicher Vergewaltigung weiterhin vor ein schwedisches Gericht stellen. Für Julian Assange bedeutet diese Entwicklung jedoch dass er auf unbegrenzte Zeit in der Botschaft Ecuadors gewissermaßen gefangen ist.

Schweden - Gesellschaft
Nach den Zahlen der staatlichen Alkoholverkaufsstelle Systembolaget kaufen immer mehr Schweden teure Weine mit einem Preis von über 100 Kronen pro Flasche in den staatlichen Läden. Während 2005 nur jede 20. Flasche diesen Preis erreichte, handelt es sich heute um jede vierte Flasche. Nach Nadja Karlsson des Stockholmer Alkoholmuseums geht diese Entwicklung zum einen darauf zurück dass es der schwedischen Gesellschaft im Schnitt immer besser geht, zum anderen aber auch darauf, dass man immer mehr zu Qualität greift und gut über Weinsorten informiert ist.

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